Kurzbeschreibung
Je größer ein Unternehmen, desto wichtiger wird der effiziente Umgang mit Informationen. Bei jedem Geschäftsvorgang fallen weitere Informationen an. Diese zu verwalten, ist alleine schon schwierig. Aber die richtigen Informationen zur richtigen Zeit den richtigen Personen zur Verfügung zu stellen, erfordert intelligente Lösungen. Die international tätige MACO-Unternehmensgruppe setzt daher auf eine Data-Warehouse und Business Intelligence-Lösung basierend auf Microsoft SQL Server 2005, insbesondere die SQL Server Reporting Services, SQL Server Integration Services und SQL Server Analysis Services sowie ProClarity.
Beschreibung
In der Produktion von Dreh- und Dreh-Kipp-Fensterbeschlägen, Türschlössern, Fenstergriffen und Ladenbeschlägen gehört die Salzburger Mayer & Co Beschläge GmbH (MACO) im nunmehr 61. Jahr ihres Bestehens zu den bedeutendsten Herstellern am internationalen Markt und fertigt
Beschläge für jährlich 18 Millionen Fensterflügel. Derzeit agiert MACO mit zwei Produktionsstätten auf einer Produktionsfläche von zirka 100.000 qm und ist in 35 Ländern weltweit tätig, davon in neun Ländern mit selbstständigen Niederlassungen. In naher Zukunft werden mit einem Werk in Kaluga /Russische Föderation und im österreichischen Mauterndorf/Salzburg zwei weitere Produktionsstätten in Betrieb genommen. Beliefert werden gleichermaßen handwerklich strukturierte Tischlereibetriebe und industrielle Großverarbeiter der Fenster- und Türenbranche. Von der Entwicklung bis zum Verkauf sind weltweit zirka 2.500 Mitarbeiter im Einsatz. Das Wachstum des inhabergeführten Unternehmens und die daraus resultierende Vervielfachung der Datenmengen stellte insbesondere die Informationstechnologie auf eine harte Bewährungsprobe.
Ausgangssituation
Eingeschränkte Auswertungsmöglichkeiten und statische Berichte
Vor einiger Zeit hatte man bei MACO eine neue ERP-Lösung implementiert. Auf diese Weise wurden benötige Berichte, soweit technisch möglich, erstellt. „Dieses Werkzeug bringt allerdings nur eingeschränkte Auswertungsmöglichkeiten mit und man kann damit nur statische Berichte erstellen“, erzählt Harald Wimmer, Leiter der Abteilung IT – Anwendungsintegration bei MACO. Auch aus Performance-Gründen sollten das operative ERP und die Auswertungen getrennt werden. Ziel war es, eine schnelle und zuverlässige Business Intelligence-Lösung zu etablieren, über die Endanwender selbst Auswertungen erstellen und Daten analysieren können.
Lösung: Schnelle und flexible Business Intelligence in mehreren Sprachen
Die künftige Data Warehouse-Lösung sollte eine weitgehend automatisierte Datenübernahme aus den operativen Systemen ermöglichen, sich nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur bei MACO einfügen und einfache und flexible Abfragen ermöglichen. Von Anfang an wurde auch besonderes Augenmerk auf die Mehrsprachigkeit gelegt. Als internationales Unternehmen ist MACO in mehreren Ländern tätig – insgesamt werden im Firmenverband 15 Sprachen gesprochen. „Für uns war es daher besonders wichtig, dass Unternehmensdaten und Datenanalysen in allen diesen Sprachen zur Verfügung stehen“, betont Wimmer.
Über Erkundigungen bei anderen Unternehmen und bei Microsoft stieß man auf den Microsoft Gold Certified Partner cubido business solutions gmbh. „cubido hat große Erfahrung im Bereich DWH und BI und hat uns durch ihren Ansatz zur Lösung überzeugt“, so Wimmer. In gemeinsamen Planungsworkshops wurde die zukünftige Lösungsarchitektur ausgearbeitet. Bei MACO hatte man sich bereits generell für Produkte rund um Microsoft SQL Server 2005 entschieden. Wimmer: „Microsoft SQL Server 2005 bietet unserer Ansicht nach ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis. Dazu kommt, dass wir generell im Haus eine Microsoft orientierte Infrastruktur haben und sich der SQL Server ideal darin einbetten lässt.“ Wie die Details einer möglichen Lösung aussehen sollten, war jedoch bis zu diesem Zeitpunkt unklar.
Das Projekt startete daher mit Planungsworkshops, in denen cubido die zukünftige Lösungsarchitektur gemeinsam mit dem Kunden ausarbeitete. „Wir mussten unter anderem herausfinden, ob die Geschäftslogik des ERP-Systems übernommen werden kann“, erzählt Rainer Stropek, Projektleiter von cubido business solutions.
SQL Server Integration Services: rasche Anpassung an individuelle Anforderungen
Es kristallisierte sich schnell heraus, dass die Umsetzung der Schnittstelle zum wichtigsten Datenlieferanten der DWH-Lösung, dem bei MACO im Einsatz befindlichen ERP-System, die größte Herausforderung war. Das ERP-System bietet zwar gut konfigurierbare, standardisierte Exportschnittstellen für nahezu alle Geschäftsobjekte, als Exportformat steht aber ausschließlich XML zur Verfügung. „Dieses Format ist grundsätzlich gut technisch verarbeitbar, die vom ERP-System erzeugten XML-Dateien waren jedoch nicht unproblematisch: Erstens sind sie von ihrer Struktur her mehrfach verschachtelt und kompliziert zu interpretieren. Zweitens werden sie aufgrund der enthaltenen Datenmenge enorm groß. Wir haben es bei MACO mit enormen Datenmengen zu tun: Zehntausende Artikel, hunderttausende Auftragsdaten – und alles in 15 Sprachen. Wir hätten XML-Dateien mit mehreren Gigabyte importieren müssen“, erklärt Stropek.
Das bei SQL Server integrierte ETL (Extract – Transform – Load)-Werkzeug SSIS (SQL Server Integration Services) bietet zwar eine XML-Schnittstelle, wegen der Eigenschaften der vom ERP-System erzeugten Dateien war sie jedoch nicht verwendbar. „SSIS hat jedoch den Vorteil, dass es mit Hilfe von .NET hochgradig anpassbar und erweiterbar ist und an individuelle Anforderungen angepasst werden kann. Das nutzten wir und entwickelten eine eigene SSIS Data Source, die über externe Konfigurationsdateien steuerbar ist und mit allen Besonderheiten der XML-Dateien bei MACO umgehen kann. Sie interpretiert die Quelldateien und stellt sie in SSIS zur Weiterverarbeitung zur Verfügung. Dadurch musste nur ein sehr kleiner Teil des ETL-Prozesses individuell entwickelt werden, der Großteil konnte über standardmäßig in SSIS vorhandene Mechanismen abgedeckt werden“, so Stropek. Die externen Konfigurationsdateien ermöglichen die einfache Erstellung neuer Datenfelder ohne direkten Zugriff auf die SSIS-Pakete.
Schnelle Datenanalysen und perfektes Zusammenspiel aller Komponenten
Nach der Konzeption und Beladung der relationalen DWH-Datenbank erstellte cubido in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden OLAP-Cubes auf Basis SQL Server 2005 Analysis Services (SSAS). OLAP steht für On-Line Analytical Processing und bezeichnet die mehrdimensionale Analyse und
Visualisierung von Unternehmensdaten. Dadurch können sehr komplexe Datenanalysen mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden. Bis zu 50 Kennzahlen pro Cube können in die Abfragen einbezogen werden. Auch Mitarbeiter bei MACO, die keine einschlägigen IT-Kenntnisse haben, können so Daten analysieren und Erkenntnisse daraus gewinnen. Diesen Endanwendern steht das OLAP-Werkzeug ProClarity, das Teil der Microsoft Office Produktpalette ist, für Abfragen zur Verfügung. Rund 250 Mitarbeiter weltweit haben damit Zugriff auf die DWH-Lösung und können so rasch und zuverlässig auf alle Daten zugreifen und Analysen erstellen. Standardberichte, bei denen auch das Drucken wichtig ist, werden bei MACO mit Hilfe von SSRS (SQL Server Reporting Services) abgebildet. „Bei MACO kommen alle Microsoft Business Intelligence-Komponenten zum Einsatz: SQL Server, SSAS, SSRS, ProClarity. Das Zusammenspiel aller Module funktioniert perfekt, “ freut sich cubido-Projektleiter Stropek.
In einem ersten Schritt wurde der Lager- und Logistikteil des DWH in Betrieb genommen. Im zweiten Teil des Projektes, der kurz vor der Fertigstellung steht, soll der weltweite Vertrieb von MACO mit einbezogen werden. In Fortführung ist die Einbindung weiterer Datenquellen aus der Beschaffung und der Produktion geplant. Im Endausbau wird das MACO-Data-Warehouse eine Größe von rund 700 GB aufweisen.
Bei MACO fühlt man sich für zukünftiges Datenwachstum gerüstet: „Bisher sind wir mit der gemeinsam mit cubido erstellten Lösung sehr zufrieden“, betont Wimmer. „Das System ermöglicht eine einheitliche globale Sicht auf die Daten. Unsere Mitarbeiter können sowohl Standardauswertungen als auch Adhoc-Analysen in sehr kurzer Zeit durchführen. Ohne das jetzige DWH-System war es nur einem sehr eingeschränkten Benutzerkreis möglich, Auswertungen zu erstellen und Daten zu analysieren. Heute ist die Benutzergruppe viel größer. Das führt zu einer besseren Nutzung der gesammelten Informationen.“

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