Die Teich AG bietet Verpackungslösungen für die Industrie: Joghurtdeckel, Becherverschlusssysteme oder Käsefolien für die Molkereiwirtschaft, Schokofolien für die Süßwaren- und Schalen mit Deckeln für die Tiernahrungsindustrie, Blisterfolien, fälschungssichere Folien für die Pharmaindustrie und vieles mehr. Das Herz der Teich AG bildet das modernste Aluminiumwalzwerk Europas, in dem Aluminium bis zu einer Folienstärke von nur noch 0,006 Millimeter gewalzt werden kann.
 
Das Unternehmen mit Sitz im niederösterreichischen Weinburg besteht seit 1912, beschäftigt mehr als 750 Mitarbeiter und verfügt über Tochterfirmen in Deutschland, Frankreich, England, Dänemark, Polen, Russland und den USA. Die Teich AG ist Kern der Constantia Flexibles und damit ein Teil der börsenotierten Constantia Packaging, zu der unter anderem auch Constantia Duropack und die AMAG gehören.
 
Mehr Pep für die Planung des Vertriebs
 
Um ihren geschäftlichen Erfolg zu sichern und auszubauen, arbeitet die Teich AG mit möglichst aktuellen Kennzahlen
für den Vertrieb: Wie viel Blisterfolie wurde letztes Jahr verkauft, wie viel Blisterfolie soll dieses Jahr verkauft werden, wie ist der aktuelle Status Quo? Es geht also um die Erfassung und den Vergleich von Plan-Zahlen und Ist-Zahlen. Die Teich AG verwendete dafür „Condor“, eine selbst entwickelte Lösung für die Kennzahlen im Vertrieb. Der Name passt: So wie der Kondor hoch über den Andengipfeln kreist und weiteste Gebiete überschaut, bietet das System einen umfassenden Überblick über den Vertrieb.
 
Der springende Punkt heißt allerdings „möglichst aktuell“: Bisher konnten die Zahlen nur auf der Ebene eines Jahres geplant und verglichen werden. Außerdem kam die Performance des alten Systems mit den steigenden Anforderungen und den wachsenden Datenmengen langsam, aber sicher nicht mehr mit. Viele Anwender wünschten sich eine einfachere Navigation und übersichtlichere Eingabemasken. Kurz, bei der Teich AG dachte man über einen neuen „Condor“ nach.
 
Condor pickt Zahlen heraus
 
In dieser Phase hörte Martin Frank, IT-Projektleiter der Teich AG, einen Vortrag des Systemhauses cubido über rollenbasierte Web-Masken. cubido in Leonding bei Linz, ein Unternehmen der ACP Gruppe, leistet hoch qualifizierte Software-Entwicklung rund um jede Art von Datennutzung. Dazu gehören Datenbank-Systeme, die Auswertung von Daten wie eben für Business Intelligence und der Datenfluss durch verschiedene Anwendungen. cubido verwendet dabei bewährte Standard-Software, die an die Anforderungen des Kunden anpasst wird und nahtlose Gesamtlösungen für das Unternehmen schafft. Die Teich AG arbeitet schon seit Jahren regelmäßig mit cubido zusammen und so untersuchte Frank, ob das Team aus Leonding etwas zur Vertriebsplanung beitragen konnte. Es konnte. Im Jänner 2007 erging der Auftrag an cubido, ein komplett neues System Condor zu entwickeln.
 
cubido gestaltete Condor als Web-Applikation. Das machte die Software unabhängig von der Art der Systeme, die als Server und Clients in Verwendung standen. Und: Als Web-Anwendung bedient man Condor sehr einfach über den Internet Explorer, damit können die Anwender von jedem PC oder Notebook aus auf ihre Daten zugreifen und brauchen nichts zu installieren.
 
Außerdem vereinfacht die Form der Web-Applikation den konzernweiten Einsatz ganz wesentlich. Condor wird nämlich nicht nur in der Teich AG, sondern auch in zahlreichen Schwesterfirmen der Constantia Flexibles eingesetzt – aktuell in nicht weniger als 28 Unternehmen. Als Web-Applikation kann die Lösung in jedem Betrieb sofort problemlos genutzt werden, die Kompatibilität stellt kein Thema mehr dar. Neue Unternehmen, die zum Konzern hinzustoßen, lassen sich sofort einbinden. Fazit: große Flexibilität.
 
Intelligentes Design in der Datenbank
 
Sehr viel Zeit und Know-how investierte cubido ganz zu Anfang in die Architektur der Software und in das Datenbank-Design. Das machte sich dann später bei der Zuverlässigkeit und bei der Performance bezahlt. „Wenn ich leistungsfähigere Hardware nehme, kann ich die Performance einer Datenbank verdoppeln oder verdreifachen“, erklärt Wolfgang Ennikl, Geschäftsführer von cubido. „Wenn ich jedoch das Datenbank-Design optimiere, lässt sich die Performance wesentlich stärker steigern, im Extremfall sogar bis zum Tausendfachen.“
 
Stichwort Performance: Eine besondere Herausforderung stellten die großen Datenmengen dar, die konzernweit anfielen. Das System musste einen Bestand von vier Millionen Datensätzen übernehmen und optimal in Tabellen erfassen. Als Datenbank dafür setzte cubido den Microsoft SQL Server ein.
 
Zu den besonderen Vorteilen des neuen Condor gehört die rollenbasierte Web-Maske. Jeder Mitarbeiter im Vertrieb – Account Manager, Key Accounter, Sachbearbeiter – sieht sofort jene Zahlen, die ihn und seine Kunden betreffen, er muss sich nicht durch langwierige Abfragen durcharbeiten. Damit verband cubido zugleich die Verwaltung der Rechte. Jeder Anwender hat nur zu solchen Daten Zugang, zu denen er berechtigt ist.
 
Die anschaulichen Web-Masken erfordern freilich Höchstleistungen in der Performance und im Number-Crunching. Denn diese Masken rechnen ihre Zahlen „live“: Erst in dem Augenblick, in dem ein Manager seine persönlichen Vertriebsdaten abfragen will, werden aus den gewaltigen Datenmassen die Ist- und Plan-Zahlen in Echtzeit ermittelt. Und übersichtlich dargestellt.
 
Eine Scheibe vom Datenwürfel
 
Condor liefert die Ist-Zahlen und Plan-Zahlen aufgeschlüsselt in unter-schiedliche Gruppen: Zahlen je nach Produkt, zum Beispiel Joghurtdeckel, oder nach Material, eben Aluminium, in Stück oder in Tonnen, aufgeschlüsselt nach Menge pro Kunde oder Menge pro Kundenbetreuer. Und da die Teich AG ja Teil eines großen Konzerns ist, können diese Zahlen konzernweit konsolidiert werden: Dann sieht man die gesammelten Vertriebszahlen und Kundenzahlen der Teich AG und ihrer Schwesterunternehmen summiert. Sehr viel Überblick über sehr weite Gebiete.
 
„Die Mitarbeiter können ihre Daten nun wesentlich einfacher als früher eingeben“, beschreibt Markus Unterauer, Projektleiter bei cubido. „Die Web-Masken sind übersichtlich gestaltet und neben den vorgeschlagenen Plan-Zahlen erscheinen automatisch die Vorjahreswerte.“ Die Plan-Zahlen lassen sich, je nach Berechtigung, überschreiben und anpassen, so dass die Manager auf neue Anforderungen und neue Produkte sofort flexibel reagieren können.
 
Reporting und Ressourcen-Planung
 
Condor dient als zentrale Plattform für das Reporting im Unternehmen. Zugleich bietet die Lösung breite Möglichkeiten, die Daten mit anderen Systemen auszutauschen. Die Ist-Daten kommen aus verschiedensten Systemen, vor allem aus ERP-Software. Eine Lösung mit dem Microsoft BizTalk Server, ebenfalls von cubido entwickelt, wirkt als Dolmetscher, um all die unterschiedlichen Formate zu konvertieren und die Zahlen in Condor zu importieren.
 
Die Ergebnisse der Vertriebsplanung kann man aus Condor dann wieder exportieren und in andere Systeme übernehmen. Die Teich AG speist ihre Zahlen wieder in ihr ERP-System ein und ermittelt daraus aktuelle Prognosen für die Produktion und den Rohstoffbedarf. Das erlaubt letztendlich eine genauere Kalkulation der Deckungsbeiträge.
Eine wichtige Neuerung besteht darin, dass Condor nun eine Planung auf Monatsebene ermöglicht. Das Management nimmt die Verkaufszahlen des Vorjahres als Grundlage, um die Plan-Zahlen für das laufende Jahr abzuleiten und ins System einzugeben. Diese Werte werden von Condor dann automatisch in kleinere Einheiten aufgeteilt und richtig zugeordnet: als Plan-Zahlen pro Monat, pro Produkt, pro Kunde.
 
Neun Monate vom Konzept bis zur Lösung
 
Die Entwicklung und das Testen der Software nahm viel Zeit in Anspruch, doch nach neun Monaten war die Lösung geboren und das neue Condor nahm im September 2007 den Echtbetrieb auf. Frank zeigt sich hochzufrieden: „Wir haben nun eine leistungsfähige und bedienungsfreundliche Lösung mit einem Rollenkonzept, wir können auf Monatsebene planen und die Ressourcen besser einteilen.“
Die Möglichkeiten der Software sind noch keinesfalls ausgeschöpft. „Wir wollen die Zahlen noch intensiver nützen und die Lösung weiter ausbauen“, so Frank. „Wenn Bedarf besteht, können wir Condor sogar um CRM-Funktionen ergänzen. Auch die Erweiterungen möchten wir wieder gemeinsam mit cubido entwickeln, diese Zusammenarbeit hat bestens funktioniert.“​