Um die umfangreichen, technischen Dokumentationen für Außendienstmitarbeiter, Kunden und Partner bereitzustellen, war bislang die Produktion von klobigen Print-Katalogen notwendig, die in der Herstellung langwierig, kostspielig und schnell überholt waren, wenn sich Dinge änderten. Davon konnte vor allem die Marketing-Abteilung bei Mayer & Co, die dieses Projekt initiierte und federführend begleitete, ein Lied singen.
 
So suchte man nach einer Antwort auf die Frage, wie man die bereits seit längerem zentral erfassten, technischen Daten ohne Umwege bzw. möglichst automatisiert verteilen und sowohl online im Web als auch offline an den Baustellen zur Verfügung stellen konnte. „Unser Problem war“, so Siegfried Skofic, Leitung Corporate Marketing bei Mayer & Co, „dass wir im Werkstätten- und Produktionsumfeld nicht von einer klassischen Office-Situation ausgehen können. Das heißt, wir brauchten eine Anwendung, die auf robusten mobilen Devices und auch offline-verfügbar ist.“ 
 
DIE HERAUSFORDERUNG
 
Für die unterstützenden IT-Spezialisten rund um Harald Wimmer, dem IT-Leiter für Anwendungsintegration bei Mayer & Co, stand schnell fest, dass man bei der Entwicklung einer solchen App natürlich auf den gleichen XML-Strömen, die bei der SharePoint-Aktualisierung die Transformation begleiteten, aufsetzen musste, um Overheads in den Bereichen Aktualisierung und Verwaltung zu vermeiden: „Uns ging es von Anfang an darum, dass wir ein und dasselbe Datenmodell auf unterschiedliche Ausgabeweisen anwenden können. Konkret bedeutet das, dass wir die Daten nur hinten im System angreifen und dann über XML-Ströme an die unterschiedlichen Front-Ends hinausspielen – in Richtung Print, Web oder Windows 8 App –, wo die Transformation der Daten automatisch erfolgt. Denn nur so können wir sicherstellen, dass das Ganze auch managebar ist.“
 
DIE LÖSUNG
 
Wer hinten im System steuern will, wie die Applikation vorne aussieht, muss seine Management-Hausaufgaben gemacht haben.
 
Konkret trennte man bei Mayer & Co schon im Vorfeld die Visualisierungsebene von der Business-Logik und schuf damit die Voraussetzungen, dass die auf Basis Windows 8 Metro-Design entwickelte App ihre Daten direkt aus dem System holt, in dem sie liegen, und bis auf die Menü- und Darstellungsebene mit jedem Update neu aufbaut. „Dieser hochdynamische Ansatz war es auch, der uns bei App-Entwicklung inspiriert und geleitet hat“, betont Wolfgang Ennikl, CEO von Microsoft Partner cubido, der für die Anwendungsentwicklung verantwortlich zeichnete: „Denn was nützt eine App, die auf neueste Interaktionsformen optimiert ist, am Back-End jedoch bei jeder Aktualisierung Mehraufwände produziert, weil sie mit dem Datenmodell dahinter auf Kriegsfuß steht.“
 
Das Resultat ist eine hochintegrierte Lösung, die Front-End-Einsatz und Back-End-Bedienung in jeder Hinsicht zusammendenkt: Usability, die in die Tiefe geht. Es ist diese doppelte Perspektive, die für App-Entwicklungen auf Basis Windows 8 richtungweisend sein wird. Da gibt es zum einen die Oberfläche, die auf einfachste Fingerbedienung am Windows 8 Slate optimiert wurde und technische Zeichnungen bis ins kleinste Detail navigierbar macht. Daneben erlauben Volltextsuche und integrierte Kamera für den Barcodescan (QR- oder EAN-Code) das rasche Auffinden der Produkte.
 
Es gibt aber auch das innovative Datenhandling am Back-End, das zur Usability im Unternehmenskontext mindestens ebenso viel beiträgt. „Indem wir diese Ebenen zusammendenken, folgen wir auch der Microsoft Plattformstrategie, die für uns die Richtung vorgibt“, ergänzt Manfred Fuchs, Leitung Corporate IT bei Mayer & Co: „Sie garantiert uns für die Zukunft, dass dieselben Funktionen und Informationen auf allen Front-Ends und für alle Formfaktoren verfügbar sind, über die der Kunde mit uns in Verbindung tritt. Wenn also ein Kunde im Web etwas zu seinen Favoriten legt, muss das auch in der Applikation so angezeigt werden.“
 
DIE VORTEILE
 
Service bedeutet bei Mayer & Co nicht nur, dass die Daten für den Kunden über Systemgrenzen weitergereicht werden. Service bedeutet auch, dass der Anwender selbst entscheiden kann, wie er den elektronischen Produktkatalog aktuell hält – über einen USB-Stick, die Website, einen Marketplace oder die Cloud. Ja, auch über die Cloud und auch bei einer Gesamtdatengröße von über 1,5 Gigabyte. Weil das Update inkrementell erfolgt und nur die Daten betrifft, die tatsächlich geändert wurden.
 
Das Beispiel zeigt, dass modernes Device-Management keine Kompromisse duldet. Es verlangt eine End-to-End-Perspektive, wenn es nachhaltig sein will und verzichtet auf vordergründigen Hypes. Dazu Siegfried Skofic: „Wir positionieren uns als modernes Unternehmen, das am Puls der Zeit agiert. Mit dem elektronischen Produktkatalog schaffen wir einen wichtigen Imagetransfer in diese Richtung und können gleichzeitig unsere Time-to-Market in Bezug auf Informationsbereitstellung entscheidend verkürzen.“
 
Wenn die Anwendungen sich von den Formfaktoren emanzipieren, scheinen die Zeiten des Entweder-Oder endgültig der Vergangenheit anzugehören. Die Dinge hängen so sehr zusammen, dass es schwer fällt, einen Vorteil zu isolieren.
 
Schlanke Prozesse bedeuten weniger Overheads, bedeuten Einsparung von Ressourcen, bedeuten verkürzte Information-to-Market, bedeuten verbesserte Reaktionsfähigkeit und bedeuten schließlich auch eine größere Nähe zum Kunden, dem die einfache und intuitive Handhabung zusätzlich und wortwörtlich in die Hände spielt. Wobei an dieser Stelle zu betonen ist, dass der elektronische Produktkatalog nicht nur sexy daherkommt, sondern überall lauffähig ist – als schicke Slate-basierte Anwendung genauso wie auf einem 24 Zoll Touch-Screen mit Schutzfolie in der staubigen Produktionshalle.
 
Wer den Blick hebt, bekommt Perspektive geschenkt. Das gilt für Mayer & Co genauso wie für cubido, die sich in diesem Projekt als kongeniale Partner erweisen. Denn der generische Entwicklungsansatz, den cubido wählte, macht diese Lösung gleichzeitig auch zum Prototyp für andere Branchen mit ähnlichen Anforderungen.