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 DVB-T: Mit Tempo in die TV-Zukunft dank vollautomatischem Förderprogramm von GIS

​Die Ablöse von Analog-TV durch DVB-T: Das Digitale Antennenfernsehen bringt Österreich die Zukunft des Fernsehens. Diese Botschaft den TV-Teilnehmern rasch und effektiv zu vermitteln, ist Auftrag der GIS Gebühren Info Service GmbH, die sonst Rundfunk- & TV-Gebühren abrechnet. GIS plante daher, den Technologiewechsel mittels einer Gutscheinaktion für 330.000 förderungswürdige TV-Seher zu unterstützen. Über eine Applikation auf Basis von Microsoft SQL Server 2005 und Microsoft .NET gelang es die Fördergeld-Abwicklung vom Scan der eingelösten Gutscheine nach dem Kauf der DVB-T Box im Handel bis zur ORF-internen Auswertung der Teilnehmerdaten zu automatisieren. DVB-T Frühumsteiger waren so noch schneller voll auf Empfang.
Am 26. Oktober 2006 war es soweit. Für alle Österreicherinnen und Österreicher, die ORF 1, ORF 2 und ATV-Programme über Zimmer- oder Dachantenne empfangen, war das Zeitalter von DVB-T: Das Digitale Antennenfernsehen angebrochen. DVB-T steht für Digital Video Broadcasting – Terrestrial, also digitales Fernsehen über Antenne. Für die Fernsehkonsumenten bringt diese neue Technologie verschiedene Vorteile wie Bild & Ton in DVD-Qualität, portable multimediale Empfangsmöglich-keiten sowie in Zukunft zusätzliche TV-Programme. Die Umstellung auf DVB-T: Das Digitale Antennenfernsehen erfolgt schrittweise. Zuerst werden die 9 Landeshaupt-städte auf das digitale Antennensignal umgestellt, danach folgen alle weiteren Regionen. Neben der Schaffung der technischen Voraussetzungen galt es aber auch jene TV-Teilnehmer, die bereits in DVB-T Empfangsgebieten leben, zum Erwerb einer DVB-T Box und damit zum Umstellen ihres TV-Empfangssignals zu motivieren.
 
Ausgangssituation
Manuelle Abwicklung von 330.000 Förderungsfällen binnen 10 Monaten undurchführbar
 
Für die Realisierung einer effizienten „Motivationsstrategie“ zeichnet die GIS Gebühren Info Service GmbH, eine 100%-
Tochter des ORF, verantwortlich. Im Hauptgeschäft ist GIS mit Einbringung & Abrechnung der Rundfunk- & TV-Gebühren sowie deren Weiterleitung an ORF, Bund & Länder beauftragt und beschäftigt 193 Mitarbeiter. Für die Startphase von DVB-T entwickelte das Unternehmen eine Förderaktion für 100.000 Frühumsteiger und rund 230.000 gebührenbefreite TV-Teilnehmer. „Wir wollten die rasche Umstellung von analogem TV zu DVB-T. Immerhin rund 11% aller gebührenpflichtigen TV-Teilnehmer in Österreich müssen aktiv umstellen, um weiterhin das ORF1, ORF2 und ATV Signal empfangen zu können“.
 
Um dieses Ziel bis Ende Dezember 2006 bzw. Ende Juli 2007 – dem jeweiligen Fristende der Förderungsmöglichkeit für Frühumsteiger bzw. Gebührenbefreite – erreichen zu können, lag es nahe die enge Zusammenarbeit mit dem heimischen Elektrohandel zu suchen. Etwa 1.200 Händler konnten für eine Beteiligung an der DVB-T Förderaktion gewonnen werden, sagt die GIS: „Das war ein schöner Erfolg, doch die erkennbare Dimension des Projekts machte eines sehr schnell klar. Wir benötigten einen automatisierten Prozess, der nur sehr wenige manuelle Eingriffe erforderlich machen durfte.“ Alle Daten sollten automatisch importiert und regelmäßig nach definierten Zeitplänen wieder exportiert werden können, damit die beteiligten Projekt-Partner der Förderaktion immer up-to-date bleiben.
 
Die DVB-T Fördergeld-Abwicklung wird in 4 Hauptprozesse unterteilt: Den Registrierungsvorgang, die Gutscheineinlösung, die Fördergeld-Rückerstattung und die Entwicklung einer Förderapplikation, um die Händlerdaten, GIS-TV-Teilnehmerdaten und Gutscheindaten verwalten zu können. Microsoft Gold Certified Partner cubido business solutions gmbh setzte sich in einer Ausschreibung durch und schlug die Umsetzung einer Lösung auf Basis von Microsoft SQL Server 2005 und Microsoft .NET vor. Maßgeblich war nicht nur die gute Skalierbarkeit der Applikation für ca. 2 Millionen erwartete Datensätze, sagt Mag. Markus Unterauer, Projektverantwortlicher bei cubido: „Microsoft SQL Server 2005 ist hier weit mehr als nur eine Datenbank. Für uns war die gute Integration mit Webapplikationen und die Schnittstellen-Technologie SSIS mit Microsoft SQL Server 2005 Business Intelligence - ETL (Extracting, Transforming, Loading) und das Reporting mit Microsoft SQL Server 2005 Integration Services (GK-SSIS) wichtig. Damit waren wir flexibel genug, um alle Entwicklungs-Wünsche des Auftraggebers maßgeschneidert umsetzen zu können.“
 
Lösung:
Microsoft SQL Server 2005 automatisiert Integration aller Projektpartner über 15 Schnittstellen
 

Von Beginn der Zusammenarbeit im April 2006 an änderten sich einige ursprüngliche Anforderungen, die jedoch immer zur vollsten Zufriedenheit und im Zeitplan umgesetzt wurden, lobt Fr. Mangi, IT-Leiterin der GIS: „In vielen Punkten wurde unsere interne Expertise dank der guten Unterstützung von cubido immer ausgeprägter. Das galt auch für den Einsatz von Microsoft SQL Server 2005, den uns cubido angeboten hat und für den wir uns nach positiver interner Evaluation entschieden haben.“ Seit Ende Oktober 2006 ist die Applikation „Fördergeld-Abwicklung“ im Produktivbetrieb. Insgesamt wurden 15 Schnittstellen umgesetzt, die über den ganzen Tag verteilt das Kernstück des automatisierten Gutschein-Bearbeitungsprozesses bilden.

Das System zeichnet sich durch den gewünschten hohen Automatisationsgrad aus, beschreibt cubido-Serverspezialist Unterauer. „Die Kombination Microsoft SQL Server 2005 und Microsoft .NET funktioniert reibungslos. Nur Korrekturfälle – wie etwa fehlerhafte Gutscheine – müssen manuell behandelt werden. Und das war ja auch die Vorgabe.“ Im Alltag läuft die Förderung eines DVB-T Frühumsteigers nun nach folgendem Muster ab: Dem GIS Teilnehmer wird beim Kauf einer zertifizierten Multitext fähigen DVB-T Box der Betrag von € 40,- von der Kaufsumme abgezogen. Der in der Applikation bereits erfolgreich automatisch registrierte Händler behält den Gutschein bei sich und schickt die gesammelten Gutscheine einmal pro Woche an die GIS. Die Gutscheine werden gescannt, auf Richtigkeit und Echtheit überprüft und in die Förderapplikation importiert.
 
Nutzen:
Automatische Gutscheinverwaltung: manuelle Eingriffe auf fehlerhafte Gutscheine beschränkt
 
An der Förderapplikation arbeiten bei GIS im Schnitt fünf Mitarbeiter. Sie überprüfen die gescannten Unterlagen oder das ordnungsgemäße Auswerten der Daten. Externe User haben keinen Zugriff auf die Webapplikation. „Sehr wohl erhalten ausgewählte Projektpartner wie das Call Center, die Marketingagentur oder die Regulierungsbehörde über Microsoft SQL Server 2005 exportierte Datensätze zur reibungslosen Weiterverarbeitung – und das ohne Medienbruch.“ So werden etwa täglich Infos an die DVB-T Hotline, zu druckende Händlerregistrierungs-Bestätigungen oder diverse Basisdaten an die Scanner-Applikation exportiert. Der ebenfalls täglich über Microsoft SQL Server 2005 laufende Export der Händlerdaten und deren eingelöste Gutscheine ermöglicht eine exakte Rückvergütung der Gutscheinsummen an die Händler durch den Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie.
 
„Jeder Projektpartner erhält genau jene Daten, die er für die Weiterverarbeitung bzw. Beauskunftung benötigt. Besonders hebt Fr.Mangi dabei die Funktionalität der Gutscheinverwaltung hervor: „Mittels Vergabe von bestimmten Stati kann jederzeit abgefragt werden, ob der Gutschein vollständig, unvollständig, gefälscht, bezahlt oder noch nicht exportiert ist. Diese Stati ändern sich aufgrund unterschiedlicher Aktionen zum grossen Teil automatisch.“
 
Gezielte Datenexporte aus 2,5 Millionen Datensätzen jederzeit aktuell verfügbar
 
Die Förderapplikation dient außerdem als Berichtsgenerator, um die Abwicklungsvorgänge jederzeit kontrollieren zu können. Denn das Transaktionsaufkommen ist ziemlich umfangreich. Aktuell verwaltet die Fördergeldabwicklung über Microsoft SQL Server 2005 rund 10.000 Händlerdatensätze, ca. 50.000 Gutscheindatensätze und 2 Millionen GIS-Teilnehmerdatensätze. Täglich werden dabei sämtliche Händler- und Kundendaten abgezogen und an andere Applikationen exportiert, um dort wieder effizient für das Hauptziel der Aktion eingesetzt zu werden – den frühest möglichen Umstieg in das neue Fernsehzeitalter – DVB-T: Das Digitale Antennenfernsehen.
 
Auf diesem Weg wird auch einer der effizientesten Informationskanäle für die Öffentlichkeit zum Thema DVB-T gespeist – die Website an der Internet-Adresse www.dvb-t.at. Dort zeigt ein „Gutscheinbarometer“ den täglich aktuellen Stand der eingelösten DVB-T Gutscheine der Frühumsteiger. „Diese Statusanzeige dient Händlern und GIS Teilnehmern zur Einschätzung, wie viel Zeit für die Gutschein-Einlösung noch bleibt. Insgesamt ist die Aktion für Frühumsteiger ja auf maximal 100.000 Gutscheine, einlösbar bis Jahresende, beschränkt.“ Für DVB-T Boxen unter’m Christbaum entwickelte sich ein spannender Wettlauf gegen die Zeit, der das Weihnachtsgeschäft 2006 zu einer der wichtigsten Phasen für das Förderprojekt machte. Denn, im Jänner 2007 war es, zumindest für die Frühumsteiger, zu spät für den geförderten Technologiewechsel zum TV der Zukunft.