Jeder, der in Österreich schon einmal ein Sportgerät oder Sportkleidung gekauft hat, wird SPORT2000 kennen. Unter diesem Namen firmiert eine Einzelhändlergemeinschaft, die 2009 einen Umsatz von 368 Millionen Euro erwirtschaftete. Die gesamte Gruppe mit allen – unabhängigen – Sporthändlern beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter. Die Zentrale in Ohlsdorf bei Gmunden zählt ca. 90 Mitarbeiter und übernimmt für ihre Fachhändler eine Reihe von gemeinsamen Aufgaben: den Einkauf, das Marketing, die Entwicklung von Eigenmarken und diverse Beratungsleistungen. Und wird dabei von einer leistungsstarken IT-Architektur unterstützt.
 
Die Aufgabe: Daten erfassen, sammeln und auswerten
 
2008 stellte man mit ACP IT Solutions das ERP-System auf Basis von Microsoft Dynamics NAV um. Anschließend stand man nicht nur vor der Aufgabe, die Daten aus dem alten und dem neuen ERP-System zusammenzuführen: „Früher konnten wir nur Daten aus einer einzigen Quelle auswerten und vergleichen. Wir verwenden aber mehrere ERP-Subsysteme, zum Beispiel spezielle Software für die Lager-Logistik. Wir wollten alle Daten gemeinsam auswerten“, sagt Christian Kreuzer, IT Manager von SPORT2000. Also suchte man nach einer Business Intelligence-Lösung, um alle Daten rasch erfassen und auswerten zu können – und nach einem Partner, der so eine Lösung maßgeschneidert anbieten kann.
 
Die Lösung: Business Intelligence mit cubido
 
Mit cubido, einem Tochterunternehmen von ACP, fand SPORT2000 den richtigen IT-Partner. cubido entwickelt individuelle Softwarelösungen rund um Datenbanken und Datenauswertungen – also Business-Intelligence-Lösungen. „Wir setzen soweit wie möglich bewährte Standard-Software ein“, erklärt Wolfgang Ennikl, Geschäftsführer von cubido. „Diese Standard-Komponenten passen wir genau den Anforderungen des Kunden an und fügen sie zu einer nahtlosen Gesamtlösung zusammen.“
 
Als Basis für Business Intelligence wählte cubido die Plattform von Business Objects, einem Unternehmen von SAP. cubido ist Silver und OEM Partner von Business Objects und verfügt über reiche Erfahrungen im Aufbau von Analysesystemen mit dieser Plattform. cubido erstellte zunächst ein Datawarehouse, das außerhalb des ERP-Systems sämtliche Informationen zusammenfasst und speichert. „Das Schwierigste war die Übernahme der alten Daten aus dem abgelösten ERP-System. Einige kryptische Feld- und Tabellennamen des alten Datenbank-Treibers ließen sich nur schwer richtig zuordnen. Wir mussten auch alle Kundennummern umschlüsseln. SPORT2000 wollte sämtliche Daten der letzten zehn Jahre einspeisen, das sind Millionen von Datensätzen“, sagt Matthias Zangl von cubido.
 
Über das Datawarehouse entwickelte Silvia Scharinger von cubido das „Universum“, die Metaschicht von Business Objects. Mit ihrer Hilfe muss der Anwender nicht mehr mit komplizierten SQL-Abfragen arbeiten, sondern klickt sie sich einfach zusammen. Scharinger erstellte bisher rund 60 Reports, die die Geschäftsprozesse von SPORT2000 analysieren: Rankings der Top-30-Händler pro Land, Umsatzstatistiken, Umsätze pro Händler, Aufteilung nach Eigenmarken und Handelsmarken, Lagerstatistiken, Lieferstatistiken und vieles mehr. Und das über eine Datenhistorie von zehn Jahren. Solche Berichte können künftig die Mitarbeiter von SPORT2000 selbst über die Reportingseite erstellen.
 
„Die meisten Berichte sind sehr komplex und kombinieren mehrere Geschäftsbereiche und Datenquellen“, erklärt Silvia Scharinger. „Ein Artikel ist nicht immer eindeutig, es kann ihn in verschiedenen Farben und Größen geben, das mussten wir in der Metadatenschicht berücksichtigen.“
 
Im Februar 2009 war die Business-Intelligence-Lösung im Kern fertig, anschließend folgten Feintuning und die Entwicklung weiteren Reports. Christian Kreuzer zieht ein positives Resümee: „Jetzt haben wir eine schlagkräftige Lösung für Business Intelligence, die Daten aus mehreren Quellen tagesaktuell auswertet. Das liefert uns aussagekräftige Statistiken – rascher und einfacher als bisher. Damit können wir unsere Geschäftsprozesse optimieren.“