Business Process Management (BPM) und Robotic Process Automation (RPA) – Duell oder doch Symbiose?

Christoph Heichinger
Donnerstag, 15. Oktober 2020

Als cubido sind wir schon seit einigen Jahren mit unserem Partner “FireStart” im Bereich Business Process Management (BPM) erfolgreich tätig. Dann ist noch mit “UiPath” der Marktführer im Bereich Robotic Process Automation (RPA) in unser Portfolio dazugekommen. Seitdem sind wir immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob BPM und RPA denn nicht konkurrierende Tools sind. Dazu muss ich etwas ausholen…

Im Bereich Prozessmanagement und vor allem Prozessautomatisierung ist seit einiger Zeit RPA in aller Munde. Mittels RPA lässt sich in der Regel binnen 6, maximal 12 Monaten ein Return on Investment (ROI) erreichen. Dies ist möglich, weil man Tätigkeiten, die standardisiert von Mitarbeitern immer und immer wieder erledigt werden, an einen Software-Roboter übergibt. Je öfter dieser Prozess wiederholt wird, umso schneller erreicht man klarerweise den ROI. RPA imitiert menschliches Verhalten. Der Software Robot arbeitet über die Benutzeroberfläche auf dieselbe Weise wie ein Mensch, nur viel schneller.

Typische Prozesse sind beispielsweise im HR (Mitarbeiter Ein- bzw. Austritt, Meldung an die Krankenkasse über Wohnsitzänderung, Namensänderung etc.) oder in der Buchhaltung zu finden. Hier zum Beispiel der Rechnungseingangsprozess inkl. Verbuchen im ERP. Auch regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten, wie Meldungen an die Statistik Austria Intrastat, grenzüberschreitende Dienstleistungen, Warenkorbpreise, zusammenfassende Meldung an das Finanzamt über Exporte etc. Kombiniert mit Künstlicher Intelligenz, wie zum Beispiel Lösungen für Text- und Spracherkennung, können Bots auch komplexere Aufgaben aller Branchen übernehmen und selbstständig abarbeiten.

Wie sieht das nun im Bereich Business Process Management aus? Alle, die in diesem Bereich tätig sind, werden bestätigen: BPM ist ein Marathon und kein Sprint. Aber warum sollte man sich neben der Prozessautomatisierung auch mit Prozessmanagement beschäftigen? Weil nur eine intelligente Kombination von Business Process Management und Robotic Process Automation es Ihnen ermöglicht, das volle Potential zur Effizienzsteigerung auszuschöpfen. Ansonsten laufen Ihre Prozesse zwar schneller, aber nicht unbedingt effizienter ab. Salopp gesagt: Wenn man einen ineffizienten Prozess automatisiert, bekommt man zwar einen automatisierten, aber immer noch ineffizienten, Prozess.“ Irgendwo sollten die Robots auch wieder gemanaged werden, einfach um das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Außerdem haben Robots Probleme mit lang laufenden Workflows und komplexen Genehmigungsworkflows.

Hier kommt die Stärke unseres BPM-Partners FireStart ins Spiel: Prozesse werden nicht einfach nur aufgemalt, sondern über die integrierte Workflow-Engine können diese auch gleich gemanaged werden. Das Ergebnis kann anschließend an die über Schnittstellen integrierte Applikation oder auch an einen Robot übergeben werden, der die weiteren Schritte übernimmt.

Die Fragestellung Duell oder Symbiose können wir also ganz klar mit Symbiose beantworten. Unsere beiden Partner „FireStart“ und „UiPath“ befinden sich in einer Technologiepartnerschaft und so bekommen die Anwender beider Tools die maximalen Mehrwerte beider Welten.

Wenn Sie sehen wollen, wie so eine Symbiose in der Praxis aussieht, haben Sie am 22. Oktober im Rahmen des Business Circle Prozess-Management Forums Gelegenheit dazu. In diesem Vortrag gibt Thomas Reithofer, IKT Strategie der Wirtschaftskammer Österreich Einblick in das agile Prozessmanagement der WKÖ und zeigt, wie mit dem Einsatz von FireStart Workflows und Prozesse automatisiert und digitalisiert werden. Wir freuen uns auf Sie!

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